Leeres Wohnzimmer nach einer Wohnungsauflösung

Wer zahlt die Wohnungsauflösung beim Umzug ins Pflegeheim?

In der Regel zahlt die pflegebedürftige Person selbst. Wann das Sozialamt hilft, warum Sie es vor der Beauftragung einschalten sollten und wer unterschreiben darf.

Der Heimplatz ist zugesagt und ab dem Ersten frei. Gleichzeitig steht die Wohnung Ihrer Mutter noch voll, die Kündigungsfrist läuft, und niemand hat Zeit. Wer jetzt weiß, wer zahlt, wer unterschreiben darf und was das Sozialamt verlangt, erspart sich teure Umwege.

Wer zahlt die Wohnungsauflösung beim Umzug ins Pflegeheim?

Die Wohnungsauflösung bezahlt die pflegebedürftige Person selbst, aus ihrem Einkommen und Vermögen. Angehörige zahlen nicht automatisch mit, auch wenn sie sich um alles kümmern. Reichen Einkommen und Vermögen nicht, kann das Sozialamt im Rahmen der Sozialhilfe nach dem SGB XII einspringen. Ob es die Räumung übernimmt, entscheidet es im Einzelfall.

Für Kinder gibt es dabei eine wichtige Grenze. Wenn Sie den Auftrag im eigenen Namen unterschreiben, werden Sie selbst Vertragspartner und schulden die Rechnung. Unterschreiben Sie deshalb erkennbar im Namen Ihrer Mutter oder Ihres Vaters, also als Bevollmächtigte oder als Betreuer. Die Rechnung lautet dann auf die pflegebedürftige Person.

Müssen Kinder für die Kosten aufkommen?

In den meisten Fällen nicht. Springt das Sozialamt ein, kann es auf Unterhaltsansprüche gegen die Kinder nur zurückgreifen, wenn deren jährliches Gesamteinkommen jeweils mehr als 100.000 Euro beträgt (§ 94 Abs. 1a SGB XII). Das Gesetz vermutet zunächst, dass diese Grenze nicht überschritten wird.

Freiwillig dürfen Kinder natürlich trotzdem zahlen. Wer das tut, sollte es bewusst entscheiden und nicht nebenbei, weil der eigene Name auf dem Auftrag steht.

Wann übernimmt das Sozialamt die Kosten der Wohnungsauflösung?

Das Sozialamt kann einspringen, wenn die pflegebedürftige Person die Heim- und Räumungskosten nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen bezahlen kann. Geschützt bleibt ein Schonvermögen von 10.000 Euro für jede volljährige Person. Ob das Amt die Räumung als Teil der Umzugskosten anerkennt und in welcher Höhe, entscheidet es im Einzelfall.

Zwei Regeln im Gesetz sprechen dafür, das Amt vor der Beauftragung einzuschalten. Sozialhilfe setzt erst ein, sobald dem Amt bekannt wird, dass die Voraussetzungen vorliegen (§ 18 SGB XII). Und Umzugskosten können nach § 35a Abs. 2 SGB XII nur bei vorheriger Zustimmung übernommen werden. Wer zuerst räumen lässt und danach die Rechnung einreicht, riskiert, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Fragen Sie beim zuständigen Sozialamt nach, welche Unterlagen es sehen will. Rechnen Sie damit, dass es ein schriftliches Angebot verlangt. Den schriftlichen Festpreis, den Sie nach unserer kostenlosen Besichtigung erhalten, können Sie dort vorlegen.

Wer darf die Wohnung auflösen, wenn die Eltern es nicht mehr selbst können?

Solange Ihre Mutter oder Ihr Vater selbst entscheiden kann, kündigt und beauftragt sie oder er selbst. Kann die Person das nicht mehr, brauchen Angehörige eine Vorsorgevollmacht. Liegt keine wirksame Vollmacht vor, ist nach Auskunft des Bundesjustizministeriums die gerichtliche Bestellung eines rechtlichen Betreuers nötig. Verwandtschaft allein gibt Kindern keine Vertretungsmacht.

Ein Betreuer kann die Wohnung nicht ohne Weiteres aufgeben. Er muss die Absicht dem Betreuungsgericht unverzüglich anzeigen, mit Gründen und der Sichtweise der betreuten Person. Für die Kündigung des Mietvertrags oder einen Aufhebungsvertrag braucht er außerdem die Genehmigung des Gerichts (§ 1833 BGB). Das kostet Zeit, in der die Miete weiterläuft. Wenn Ihre Eltern noch selbst entscheiden können, ist jetzt der beste Moment, die Vollmacht zu regeln.

Gibt es beim Umzug ins Pflegeheim ein Sonderkündigungsrecht?

Nein. Der Umzug ins Pflegeheim gibt Mietern kein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Es gilt die normale Kündigungsfrist nach § 573c BGB: Kündigung spätestens am dritten Werktag eines Monats zum Ablauf des übernächsten Monats, also knapp drei Monate. Eine längere Frist zum Nachteil des Mieters darf der Mietvertrag nicht vorsehen.

Bei 650 Euro Warmmiete sind das bis zu 1.950 Euro für eine Wohnung, in der niemand mehr lebt, zusätzlich zu den Heimkosten. Zwei Dinge helfen wirklich. Erstens: kündigen, sobald der Heimplatz sicher ist, nicht erst nach dem Einzug. Zweitens: mit dem Vermieter über einen Aufhebungsvertrag oder einen Nachmieter sprechen. Manche Vermieter stimmen zu, wenn die Wohnung früh besenrein frei ist. Einen Anspruch darauf haben Sie nicht.

Was kommt mit ins Heim und was bleibt?

Mit ins Heim kommt meist nur ein kleiner Teil des Hausrats. In Nordrhein-Westfalen muss ein Einzelzimmer im Pflegeheim ohne Bad mindestens 14 Quadratmeter Wohnfläche haben. Platz ist also für einen vertrauten Sessel, eine Kommode, Bilder und Fotos. Was das Heim selbst stellt und was Sie mitbringen dürfen, klären Sie vorher mit der Einrichtung.

Treffen Sie die Auswahl, wenn es irgend geht, gemeinsam mit der betroffenen Person und lassen Sie sie entscheiden. Erst danach wird geräumt. Wir fangen erst an, wenn feststeht, was ins Heim mitkommt, und sortieren Fotos, Dokumente und Lieblingsstücke aus. Auf Wunsch räumen wir auch erst, wenn Ihre Eltern schon umgezogen sind. Dann müssen sie die leere Wohnung nicht sehen.

Ablauf, Checkliste und weitere Fragen zum Heimumzug finden Sie auf unserer Seite zur Wohnungsauflösung beim Umzug ins Pflegeheim. Ob sich ein Teil der Kosten von der Einkommensteuer abziehen lässt, erklärt der Beitrag Entrümpelung steuerlich absetzen.

Was kostet die Wohnungsauflösung beim Heimumzug?

Bei Entrümpeltrupp NRW kostet eine Wohnungsauflösung 11 bis 40 Euro pro Quadratmeter, je nach Füllgrad. Eine 1-Zimmer-Wohnung beginnt bei 550 Euro, eine 2-Zimmer-Wohnung bei 800 Euro, wenn wenig Inventar da ist. Normal gefüllt liegt eine 2-Zimmer-Wohnung mit 60 Quadratmetern bei etwa 1.500 bis 1.900 Euro.

Ohne Aufzug kommen ab dem ersten Obergeschoss 5 Prozent dazu, ab dem zweiten 10 Prozent. Den verbindlichen Festpreis bekommen Sie schriftlich nach der kostenlosen Besichtigung. Gut erhaltener Hausrat, der nicht mitkommt, wird angerechnet, der Betrag steht beziffert im Angebot. So sehen Sie und gegebenenfalls das Sozialamt, was am Ende zu zahlen ist. Eine erste Spanne liefert unser Preisrechner.

Bleiben nur ein Sofa und ein paar Schränke übrig, lohnt sich eine Firma kaum. In Essen holt die EBE pro Termin etwa einen Kubikmeter Sperrmüll kostenlos ab, dazu höchstens zwei Elektrogroßgeräte. Für kleine Mengen ist das die günstigere Lösung.

Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine Rechts- oder Sozialberatung. Was das Sozialamt übernimmt, entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall. Stand der Angaben: Oktober 2026.

Quellen

Häufige Fragen

Wer zahlt die Wohnungsauflösung beim Umzug ins Pflegeheim?

In der Regel die pflegebedürftige Person selbst, aus Einkommen und Vermögen. Reicht beides nicht, kann das Sozialamt helfen. Kinder werden zum Unterhalt erst herangezogen, wenn ihr Jahreseinkommen über 100.000 Euro liegt.

Übernimmt das Sozialamt die Kosten der Wohnungsauflösung?

Das ist möglich, wenn die Person die Kosten nicht selbst tragen kann. Über Übernahme und Höhe entscheidet das Amt im Einzelfall. Melden Sie den Bedarf an, bevor Sie eine Firma beauftragen, denn Umzugskosten übernimmt das Amt nur mit vorheriger Zustimmung.

Darf ich als Kind die Wohnung meiner Eltern auflösen?

Nur mit Vorsorgevollmacht oder als gerichtlich bestellter Betreuer. Als Betreuer brauchen Sie für die Kündigung der Wohnung zusätzlich die Genehmigung des Betreuungsgerichts. Solange die Eltern selbst entscheiden können, unterschreiben sie selbst.

Gibt es beim Umzug ins Pflegeheim ein Sonderkündigungsrecht?

Nein. Es gilt die normale Kündigungsfrist von knapp drei Monaten nach § 573c BGB. Ein Aufhebungsvertrag mit dem Vermieter kann die Zeit verkürzen, einen Anspruch darauf gibt es aber nicht.

Was passiert mit den Möbeln, die nicht ins Heim mitkommen?

Gut erhaltener Hausrat wird auf den Festpreis angerechnet, der Betrag steht im Angebot. Fotos und Dokumente sortieren wir aus und übergeben sie gesammelt. Der Rest wird sortenrein getrennt und fachgerecht entsorgt.

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